Esens: Kurzinfo aus Stadtrat-Sitzung zum Tourismus-Abschluss 2019

In der Stadtrat-Sitzung vom 30. Juni 2021 war noch der Jahresabschluss des touristischen Eigenbetriebs für das Jahr 2019 abzunehmen.
Dieser schloss in dem Jahr 2019, dem „Jahr vor Corona“, mit einem Fehlbetrag von rund 460.000 € ab.
Geplant war ein Minus von 393.000 €.
Der ausführliche Bericht wurde von der Firma Göken/Pollak und Partner erstellt und gibt wichtige Hinweise zu den wirtschaftlichen Verhältnissen.
Der Bericht ist auch in der Bürgerinformation des Stadtrates (www.stadt-esens.de) einzusehen.

Folgende Punkte bzw. Kernaussagen sind in aller Kürze von Bedeutung:

Darlehensverbindlichkeiten: 9.981.000 €

Eigenkapital: 546.000 €

Zum Bilanzstichtag ergibt sich ein Eigenkapitalanteil an der Bilanzsumme von 4 % (Vorjahr 6,2 %)

Das Ergebnis entspricht nicht allgemein betriebswirtschaftlichen Grundsätzen
Zahlungsfähigkeit besteht nur durch Kredite bei einer hiesigen Bank und dem Liquiditätskredit der Stadt Esens.

Nur wenn sich auch zukünftig die Stadt Esens verpflichtet Verluste auszugleichen, kann der Eigenbetrieb die übertragenen touristischen Aufgaben erfüllen!

Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind somit als katstrophal zu bezeichnen.

 

Im Stadtrat schweigen die großen Fraktionen in den Haushaltsdebatten zu dieser fatalen Lage.
Lediglich wir als EBI warnen seit Jahren immer wieder vor dieser Abwärtsspirale, werden aber auch wie in diesem Jahr nicht erhört.
Selbst die Presse berichtet nicht von unserer Kritik. Für das jahrelange Missmanagement kommen die Steuerzahler der gesamten Stadt Esens auf.
Erforderliche Maßnahmen und Investitionen können zunehmend immer weniger realisiert werden.
Dabei besteht in der Therme auch weiterhin Sanierungsbedarf durch aktuelle Schäden.
Zudem ist seit Jahren bekannt, dass das Freibad saniert bzw. erneuert werden muss, ebenso werden bereits Angebote für den Abriss
des Haus Kunterbunt auf dem Campingplatz eingeholt.
Die Negativmeldungen scheinen gar kein Ende zu nehmen…
Abschließend sei nur noch zur Vervollständigung erwähnt, dass der Jahresabschluss in 2020 (hier gab es natürlich auch negative Corona-Einflüsse)
bei rund 300.000 € minus liegen wird.
Auch hier wird somit die Stadt Esens eintreten müssen.
Den Bürger*innen wird oft nicht deutlich gemacht, wer uns in diese Situation geführt hat bzw. das es auch politische Verantwortung
für diese Misere gibt – besonders in Themen der Thermensanierung waren Verantwortliche, wie der damalige Kurvereinsvorsitzende, hoffnungslos überfordert.
Positive Gegenbeispiele gibt es an der ostfriesischen Küste genügend!

Zu erwähnen ist, dass die aktuelle Geschäftsführung mit Claudia Eilts an der Spitze, sowie die Mitarbeiter*innen, die immer gute Arbeit geleistet haben,
hier aus der Verantwortung der Vorzeit auszunehmen sind.
Die jetzige Geschäftsführung verdient Respekt und wird vollumfänglich in ihren Bemühungen von unserer EBI unterstützt.